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BVCD-Umfrage zum Wintercamping

Wintercamping liegt im Trend: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Februar 2020 rund 1,5 mal so viele Übernachtungen wie im Februar 2010 verzeichnet. In vergangener Winterperiode von November 2019 bis Februar 2020 konnte damit eine neue Rekordzahl von 1,5 Mio. Winternächtigungen regristriert werden.

Wer sind Wintercamper? Was bewegt Camper zum Wintercamping, was hält sie davon ab? Umfrageergebnisse des BVCD vom Mai 2020 liefern aktuelle Informationen zu Strukturen, Motiven und Gegenmotiven des Wintercampingtourismus.

2 von 3 Befragte interessieren sich für Wintercamping oder haben schon einmal im Winter gecampt
65,77 % aller Befragten haben Wintercamping bereits ausprobiert oder haben zumindest Interesse daran, über die Sommermonate hinaus auch einmal im Winter zu campen. Rund jeder zehnte der Befragten campt dabei sogar jeden Winter. Unter den Campern, die regelmäßig im Winter campen, wird seitens des BVCD ein hoher Dauercamperanteil vermutet. Eine vorherige BVCD-Angebotsumfrage hatte ergeben, dass sich die Gästestruktur auf Wintercampinganlagen aus 50 % Dauercampern und etwa 50 % Touristikcampern zusammensetzt. Knapp ein Vierteil der Campinganlagen, die über die Sommersaison hinaus auch im Winter öffnen, beherbergen in der Winterperiode sogar ausschließlich Dauercamper und keine Touristen.

Der Wintercamper ist älter als der Durchschnittscamper
Hinsichtlich der Altersstruktur sind Wintercamper oder an Wintercamping interessierte tendenziell älter als Campingurlauber in der ganzjährigen Betrachtung. Rund 70 % der Wintercamper oder an Wintercamping Interessierten sind mindestens 40 Jahre alt oder älter - in der ganzjährigen Betrachtung nimmt der Anteil der über 40-Jährigen nur etwa 50 % ein. Umgekehrt ist die jüngere Generation tendenziell weniger auf dem Wintercampingmarkt vertreten, wobei insbesondere die unter 30-Jährigen weniger Wintercamping unternehmen oder weniger interessiert daran sind. Der Anteil der unter 30-Jährigen liegt im Wintercamping bei nur etwa 5 % - im ganzjährigen Campingtourismus hingegen bei etwa 30 %. Die Diskrepanz wird vor allem von der Altersgruppe der unter 19-Jährigen verursacht.

Hinweis: Dass Wintercamping für jüngere Camper oder Kinder keine Rolle spielt, kann jedoch nicht behauptet werden: Die Altersstruktur der Wintercamper beruht auf den soziodemografischen Daten der Teilnehmer. Die BVCD-Umfrage wurde von Campingplatzbetreibern an Gäste versendet. Insofern liegt es nahe, dass weniger unter 19-Jährige an der Umfrage teilgenommen haben und somit auch die Personengruppe der unter 19-Jährigen unter Wintercampern wenig vertreten ist.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Camping-Urlauber in Deutschland nach Alter im Vergleich mit der Bevölkerung im Jahr 2019, Juli 2019

Ruhe und Natur als Hauptmotiv des Wintercampings

Die Motive des Wintercampings der Befragten, die bereits Wintercamping unternommen haben oder interessiert daran sind, liegen in verschiedenster Natur. Jeder Vierte wählte die Natur im Winter als Grund für den wintersaisonalen Campingurlaub aus. Populäre Ursachen waren darüber hinaus wenig überfüllte Anlagen und viel Ruhe (24 %), die Nutzung von Wellnessangeboten (16 %) und Winteraktivitäten der Umgebung (15 %). Eine weniger große Rolle spielten eine gute Vereinbarkeit mit Urlaubszeiten im Job und preiswerte Angebote der Wintersaison

Das Umgebungsangebot ist Wintercampern wichtiger als das anlageninterne Angebot

Am wichtigsten sind Campern auf Winteranlagen die Grundausstattung, wie die Sanitäranlagen sowie die vorhandenen Stromanschlüsse. Fast genauso wichtig sind die Bewertungen des Campingplatzes und die Verfügbarkeit von freiem W-LAN. Hinsichtlich der Freizeitaktivitäten wird die Umgebung der Anlage stärker gewichtet als das Angebot der Anlage: Gastronomische Einrichtungen, ein anlageneigener Supermarkt und Wellnessangebote sind für Wintercamper weniger wichtig als das Angebot der Umgebung. Noch weniger Relevanz gilt dem Freizeitangebot des Campingplatzes im Winter, wie zum Beispiel Events und einem Animationsprogramm.

Wintercamper verreisen hauptsächlich mit dem Partner

Rund die Hälfte der Befragten campt mit dem Partner, jeder Vierte verbringt seinen Familienurlaub mit Kindern auf der Wintercampinganlage. 17 % der Befragten führen einen Hund mit. Seltener verbringen Nachfrager Ihren Wintercampingurlaub mit Freunden und / oder Bekannten (7%), noch seltener allein (2%) oder in sonstiger Begleitung (1%). Laut einer Studie des deutschen Tourismusverbands (DTV) verreisen etwa ein Drittel der Camper in Begleitung der Familie, darunter am häufigsten mit Kindern. 43 % verreisen mit dem Partner. Allein wird auch außerhalb des Wintercampings wenig Vor allem aber verreisen die Campingurlauber mit ihrem Partner (Paare 43 %). Im Vergleich zu den ganzjährigen Campingtouristen verreisen Wintercamper insgesamt mehr mit dem Partner und weniger mit Kindern.

Fehlende Reisepartner hält Interessierte vom Wintercamping ab
Die Ursachen dafür, dass kein Wintercamping unternommen wird und auch kein Interesse besteht, liegt zum größten Teil (23 %) am Desinteresse der Familien oder Reisepartner am Wintercamping. Jeder fünfte hingegen campt nicht im Winter, weil er nicht über die passende Ausstattung verfügt. Teils liegt die Begründung auch in Kombination mit dem bereits eingeplanten Sommerurlaub: 13 % der Befragten gaben an, einen Sommerurlaub zu bevorzugen und keine Zeit für einen zusätzlichen Wintercampingurlaub zu haben. Fast genauso viele Teilnehmer (11 %) bevorzugen den Sommerurlaub und können keine finanziellen Mittel für einen Sommer- und einen zusätzlichen Winterurlaub aufbringen. Auch gesellschaftliche Verpflichtungen wie das Weihnachts- und Silvesterfest (11 %) sind Gründe, warum sich Befragte nicht für einen Wintercampingurlaub entscheiden.  Ein mangelndes Informationsangebot über Wintercamping oder ein ansprechendes Angebot werden weniger als Gegenmotiv zum Wintercamping angegeben.