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Hamburg/Unterhaching, 17. Dezember 2021 (w&p) – „Es muss umgehend gehandelt werden, um kurz-, mittel- und langfristig die dringend benötigte Fachkräfteunterstützung im Bereich der Touristik sicherzustellen“: Das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt (ATV), ein Zusammenschluss von 28 touristischen Branchenverbänden, identifiziert in einem Positionspapier konkrete Maßnahmen, mit dem die neue Bundesregierung dem akuten Fachkräftemangel in der Touristik wirkungsvoll politisch entgegenwirken, die Ausbildungslandschaft der Touristik sinnvoll weiterentwickeln und die Branche für die Zukunft stärken kann.

Im ersten von vier Punkten hebt das Aktionsbündnis das Potenzial von ausländischem Personal und Geflüchteten zur Fachkräftesicherung in der Tourismusbranche explizit hervor und begrüßt den Vorstoß der Ampelkoalition, ausländischen Fachkräften den Weg nach Deutschland verstärkt und schneller ebnen zu wollen. Zugleich plädiert das ATV für eine Modernisierung des Einwanderungsrechts und für einen Abbau bürokratischer Hemmnisse. Ein weitgehender Bürokratieabbau könne lange Bearbeitungsfristen in ausländischen Konsulaten und die teils erheblichen Wartezeiten in Ausländerbehörden verringern und Arbeitsgenehmigungen schneller und einfacher vergeben werden.

Zugleich empfiehlt das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt die Ausweitung von Sprachbildungsprogrammen, wie es sich die neue Regierung im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt hat. „Der Ausbau der Integrationsförderung ist wesentlich, um geflüchtete Menschen erfolgreich in den deutschen Tourismusmarkt zu integrieren“, heißt es in dem Positionspapier. Über die von der Bundesregierung vorgesehenen Maßnahmen hinaus sieht das Bündnis die Chance, über verschiedene Fördermaßnahmen im Ausland die Attraktivität des deutschen Touristikmarkts als Zieldestination für qualifizierte Fachkräfte zu steigern.

Um eine langfristige Versorgung mit qualifiziertem Fachpersonal sicherzustellen, spricht sich das ATV in seinem Schreiben zudem für eine Verbesserung und Förderung der Aus- und Weiterbildungsangebote für Berufe im Tourismussektor aus. Der konkrete Vorschlag: Eine hauptamtlich besetzte Koordinierungsstelle, die die Belange der außerschulischen und außerbetrieblichen Bildung zwischen den Referaten der zuständigen Ministerien vertritt, bündelt und koordiniert.

Bei den arbeitspolitischen Maßnahmen, einem weiteren Punkt im ATV-Positionspapier, plädiert das Bündnis für mehr Flexibilisierung auf dem touristischen Arbeitsmarkt. Es regt eine Anpassung der Verdienstgrenze für Mini- und Midijobs, eine Verdoppelung des Beschäftigungszeitraums für kurzfristig Beschäftigte sowie eine Änderung der steuerlichen Stellung von Mitarbeiterunterkünften an.

Auch eine Aufwertung des Images der Touristik könne helfen, um gerade auch junge Menschen zu überzeugen und für eine Karriere im Tourismus zu gewinnen, lautet ein weiterer Vorschlag im Positionspapier. Das Bündnis fordert die Regierenden auf, den Tourismussektor attraktiver zu bewerben und von Seiten der Politik stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Ebenso sei eine Erhöhung der Attraktivität der dualen Ausbildung durch entsprechende Maßnahmen der Politik gefordert. „Wir fordern ein klares Bekenntnis zum weltweit anerkannten System der dualen Ausbildung sowie eine stärkere Förderung und Modernisierung dieser Ausbildungsform in Theorie und Praxis“, so die Branchen-Expertinnen und Experten.

Das Positionspapier des ATV findet sich unter: https://tourismusvielfalt.de/ wp-content/uploads/2021/12/ ATV-Positionspapier- Fachkraeftesicherung.pdf

 

Über das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt:  

Im Aktionsbündnis Tourismusvielfalt (ATV) haben sich 28 touristische Branchenverbände zusammengeschlossen, die weit über 100 Unternehmen mit mehreren zehntausend Arbeitsplätzen vertreten. Die gemeinsame Zielsetzung ist es, die Touristik als Gesamtheit zu erhalten, und die gerechte Förderung für jeden Marktteilnehmer in der Branche zu erreichen. Das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt tritt als Verbund gemeinsam und mit einer Stimme auf, vor allem hinsichtlich politischer Forderungen. Nähere Informationen finden sich unter www.tourismusvielfalt.de