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Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V.

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Intelligente Stromzähler sind derzeit das Thema der Stunde. Was ist das? Wie viele Kosten kommen auf mich zu? Was habe ich davon? Ist das für mich und mein Unternehmen überhaupt relevant?

Die letzte Phase der Energiewende wird eingeläutet. Nach der stufenweisen Umstellung auf erneuerbare Energien sowie die massenhafte Verteilung von Solaranlagen und Windrädern, entstehen ganz neue informationstechnische Anforderungen an unsere Stromnetze. Es bedarf eines ständigen Ausgleichs von Erzeugung und Verbrauch. Durch die vermehrt dezentrale Einspeisung in Verteilnetzen (PV-Anlagen durch Kleinsterzeuger u.a.) ist es immer schwieriger sowohl das ökonomische als auch das physische Gleichgewicht auf dem Strommarkt zu halten. Daher ist eine Umstellung auf digitale Stromzähler unumgänglich und „höchste Zeit“.

Das intelligente Messsystem besteht aus zwei Komponenten:

1.      Moderne Messeinrichtung: Der sogenannte digitale Stromzähler, der den Verbrauch elektronisch erfasst.

2.     Smart Meter Gateway: Durch Anbindung dieser Kommunikationseinheit wird eine moderne Messeinrichtung zu einem intelligenten Messsystem.

Ab 2017 sollten alle Stromkunden, die mehr als 10.000 kWh pro Jahr verbrauchen, auf digitale Zähler umgerüstet werden. Kleinere Verbraucher sollen ab 2020 folgen.

Stand der Umsetzung

Die erste Stufe der Einführung wurde bereits verschoben. Aktuell werden lediglich moderne Messeinrichtungen installiert. Sie werden darüber rechtzeitig informiertSechs Monate vor Beginn der Installation muss der grundzuständige Messstellenbetreiber Preisblätter mit jährlichen Preisangaben veröffentlichen. Spätestens drei Monate vor dem Einbau müssen Sie darüber informiert werden, mit dem Hinweis, dass Sie Ihren Messstellenbetreiber auch selbstständig wählen können.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) konnte noch keine Smart-Meter-Gateways zertifizieren, die die strengen Datenschutzbestimmungen erfüllen. Das ist der größte Knackpunkt, schließlich laufen in den Gateways hochsensible Daten zusammen, die auch Aufschluss über Lebens- oder Arbeitsweisen von Privathaushalten bzw. Unternehmen geben können. Stichwort: Gläserner Kunde.

Des Weiteren ist die Umstellung auf das Intelligente Messsystem mit erheblichen Kosten auf Kundenseite verbunden – mit dem Versprechen einiger Anbieter dadurch Strom einsparen zu können. Energie wird aber nicht durch die Nutzung der Smart Meter an sich eingespart, sondern durch Umdenken und eine aktive Änderung des eigenen Verbraucherverhaltens. So lassen sich bspw. durch die Verlagerung des Stromverbrauchs in Nebenzeiten mit günstigeren Tarifen gezielt Energiekosten sparen. Ist das aber praktisch umsetzbar?

Ein Beispiel zeigt:

Ein Drei-Personen-Haushalt mit digitaler Stromsteuerung könnte um die 15 Euro bei der Stromrechnung sparen – etwa wenn die Waschmaschine sich automatisch zu einem günstigen Nachtstrom-Tarif einschaltet. Wohl dem, der ein eigenes Haus besitzt, die Waschmaschine etwas weiter weg vom Schlafzimmer oder den empfindlichen Nachbarsohren rücken kann.

Für Handwerker und Gewerbetreibende ist die Verlagerung des Stromverbrauchs ungleich schwieriger. Eine Arztpraxis, der Friseur oder die Kfz-Werkstatt mit Öffnungszeiten in der Nacht?

Ampere vermittelt noch keine Smart Meter – Warum?

Ampere vertritt sowohl in ihrem Leistungsangebot als auch in ihrer Beratungsfunktion den Ansatz, die Kosten für ihre Kunden so gering wie möglich zu halten. Noch gibt es keine zertifizierten Smart-Meter Gateways. Des Weiteren bieten Smart Meter noch nicht die Vorteile, die dem Mittelstand derzeit versprochen werden. Ampere schützt Sie daher weiterhin vor unnötigen Kosten.

Achtung vor Lockvogelangeboten und versteckten Zusatzkosten

Einige Anbieter locken schon jetzt vor allem Gewerbetreibende mit Versprechen, die auf nur wenige Verbraucher zutreffen. Diese reichen von Einsparungen durch individuelle Tarife (wie bei Großkunden) über Einsparungen bei den Messkosten sowie mögliche Rückerstattung der Konzessionsabgabe. Ampere klärt auf:

Einsparungen durch individuelle Tarife

Durch Offenlegung der individuellen Verbrauchsstruktur ist es für Versorger durchaus denkbar in Zukunft individuelle Tarife anzubieten. Derzeit gibt es aber nur eine Handvoll Versorger, die das tun. Demnach warnen wir vor Versprechungen, die am Ende nicht haltbar sind. Zudem würde sich die Komplexität durch Individualisierung des Tarifsystems für Gewerbekunden deutlich erhöhen.

Einsparungen bei Messkosten

Mit der Nutzung des Intelligenten Messsystems kommen auf Verbraucher Mehrkosten für den Einbau und Messstellenbetrieb zu. Für die jährlichen Kosten gibt es festgelegte Obergrenzen. Diese liegen für Konsumenten mit einem Stromverbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh bei 100 Euro. Für größere Kunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 50.000 kWh liegen die Kosten bei 200 Euro. Aber Achtung: Durch die Liberalisierung des Messwesens besteht für Unternehmen auch die Möglichkeit sich Angebote von anderen Messstellenbetreiber einzuholen. Entscheiden Sie sich für den freiwilligen Einbau oder für einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber, gelten diese Obergrenzen nicht.

Einsparungen durch Rückerstattung von Konzessionsabgaben

Grundsätzlich kann durch den Einsatz eines Smart Meters der Nachweis des Anspruchs auf Reduzierung der Konzessionsabgabe erfüllt werden. Diese Versprechen werden derzeit von Vertriebsgesellschaften und wettbewerblichen Messstellenbetreibern eingesetzt, um Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden. Die Bedingungen werden allerdings nur von sehr wenigen Gewerbekunden mit einem Verbrauch unter 100.000 kWh, aber sehr hoher Leistungsspitze erfüllt – z.B. Bäcker. Für den Friseursalon, das Restaurant oder das Versicherungsbüro ist diese Entlastung nicht erreichbar.

Fazit

Smart Meter kann Verbrauchern dabei helfen, ihren Energiekonsum transparenter zu machen. Je nach Service des Messstellenbetreibers können Unternehmen selbst ermitteln, zu welchen Zeiten sie wieviel Strom verbrauchen und Konsequenzen ziehen. Inwieweit die jährlichen, damit verbundenen Kosten gedeckt werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden und ist sehr stark vom Einsatz des Verbrauchers abhängig.

Perspektivisch ergeben sich natürlich technologische Chancen, die zu einer gravierenden Veränderung in der Energiewelt führen könnte. Wenden Sie sich dazu – und natürlich auch zu allen anderen Fragen rund um das Thema Energieversorgung – an die Energie-Experten der Ampere AG:

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Quelle Bild: EVB Energie AG